Alquerque
Springen und schlagen auf einem 5×5-Linienbrett. Der Vorfahr des Damespiels.
So spielt man Alquerque
Alquerque ist ein Schlagspiel, das mindestens tausend Jahre alt ist. In der arabischen Welt hieß es Qirkat, mit den Mauren kam es nach Spanien, und ein spanisches Spielebuch von 1283 beschreibt es. Als man es später auf einem Schachbrett spielte, wurde daraus das Damespiel.
Das Brett hat 25 Punkte, die durch Linien verbunden sind. Jeder Punkt hat waagerechte und senkrechte Linien, und jeder zweite Punkt hat zusätzlich diagonale Linien. Jeder Spieler hat 12 Steine. Zu Beginn ist nur der Mittelpunkt frei. Weiß sitzt unten und beginnt; Schwarz sitzt oben.
Ziel
Schlage alle Steine deines Gegners oder lass ihm keinen gültigen Zug mehr.
Zug für Zug
- Ziehen. Zieh einen Stein entlang einer Linie zum nächsten Punkt, wenn er frei ist. Hier gilt die traditionelle Einschränkung aus den Regeln von R. C. Bell: Ein normaler Zug geht nur vorwärts oder seitwärts, nie rückwärts. Diagonal ziehen kannst du nur dort, wo eine diagonale Linie eingezeichnet ist.
- Schlagen. Steht ein gegnerischer Stein entlang einer Linie neben deinem und ist der Punkt direkt dahinter frei, spring darüber und nimm ihn vom Brett. Geschlagen werden darf in jede Richtung, auch rückwärts.
- Es herrscht Schlagpflicht. Wenn du schlagen kannst, musst du. Steine, die schlagen können, leuchten, und ein normaler Zug ist dann nicht erlaubt.
- Mehrfachsprünge. Kann derselbe Stein nach einem Sprung noch einmal springen, muss er weitermachen. Zwischen den Sprüngen darf er die Richtung wechseln. Tippe jeden Landepunkt der Reihe nach an.
Zum Spielen tippst du einen Stein und dann einen markierten Punkt an. Der Weg des letzten Zugs wird gepunktet angezeigt.
Spielende
Du gewinnst, wenn dein Gegner keine Steine mehr hat oder in seinem Zug nicht ziehen kann. Unentschieden ist es nach 50 Zügen in Folge ohne Schlagen oder wenn dieselbe Stellung dreimal vorkommt.
Gegen den Computer
Leicht zieht meist zufällig. Mittel schaut ein paar Züge voraus. Schwer rechnet tief und bereitet Mehrfachsprünge vor – achte also auf jede Lücke, die du hinterlässt.
Strategie-Tipps
- Rechne vor jedem Zug. Weil Schlagpflicht gilt, kann dich dein Gegner in eine Falle springen lassen. Prüfe vor jedem Zug, wozu dich die Antwort deines Gegners zwingt.
- Halte deine Steine zusammen. Ein Stein mit einem eigenen Stein direkt dahinter kann von vorn nicht übersprungen werden, weil der Landepunkt nicht frei ist.
- Achte auf die Diagonalen. Punkte mit Diagonalen haben acht Nachbarn und sind die belebtesten Stellen des Bretts. Eine Lücke neben so einem Punkt ist oft der Einstieg für einen Mehrfachsprung.
- Stürm nicht nach vorn. Steine können nie zurück. Ein Stein, der allein vorprescht, ist leicht zu schlagen, und ein Stein auf der letzten Reihe kann nur noch seitwärts ziehen oder schlagen.
- Tausche, wenn du vorn liegst. Mit mehr Steinen bringen dich einfache Eins-gegen-eins-Tausche einem gewonnenen Endspiel näher.
Alquerque: Häufige Fragen
Ist Alquerque der Vorfahr des Damespiels?
Die meisten Historiker glauben das. Um das 12. Jahrhundert verlegten Spieler in Südfrankreich oder Spanien das Spiel auf ein Schachbrett – so entstand das Damespiel.
Dürfen Steine rückwärts ziehen?
Bei normalen Zügen nicht. Nach den weit verbreiteten Regeln von R. C. Bell zieht ein Stein nur vorwärts oder seitwärts. Schlagen darf man aber in jede Richtung, auch rückwärts.
Muss ich schlagen?
Ja. Kann einer deiner Steine schlagen, musst du schlagen, und ein Stein muss weiterspringen, solange er kann. Nach alten Regeln wurde ein verpasster Schlag bestraft, indem der Stein vom Brett kam („Blasen“); hier lässt dich das Spiel den Schlag einfach nicht auslassen.
Wie kann die Partie unentschieden enden?
Wenn 50 Züge in Folge ohne Schlagen vergehen oder dieselbe Stellung dreimal erreicht wird, ist es unentschieden. Das verhindert endloses Hin-und-her-Ziehen am Schluss.